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Hüttenordnung

Im Leopold-Happisch-Haus gilt folgende Hüttenordnung:

§ 1 Präambel

(1) Das Leopold-Happisch-Haus ist eine hochalpine Schutzhütte der Kategorie I der Landesorganisation Salzburg der Naturfreunde Österreich, nachfolgend als »Hüttenbetreiber« bezeichnet.
(2) Die Schutzhütte wird mittels eines Selbstbewirtschaftungskonzeptes mit nur temporär anwesendem Hüttendienst bewirtschaftet und steht allen Mitgliedern der Naturfreunde Österreich sowie sonstigen Gästen als Stützpunkt für Touren am Tennengebirge zur Verfügung.

§ 2 Öffnungszeiten

(1) In der Sommersaison ist die Schutzhütte bis auf Widerruf durch den Hüttenbetreiber durchgehend geöffnet und jederzeit frei zugänglich.
(2) In der Wintersaison ist ausschließlich der Winterraum und der Notraum nutzbar. Alle weiteren Räumlichkeiten der restlichen Schutzhütte sind gesperrt und nicht nutzbar; hiervon ausgenommen sind lediglich die aufgrund vertraglicher Vereinbarungen an Dritte verpachteten Räumlichkeiten.
(3) Der Beginn und das Ende der Sommer- und Wintersaison werden durch den Hüttenbetreiber zeitgerecht per Aushang sowie auf der Website unter www.leopoldhappischhaus.at/news offiziell kundgemacht.

§ 3 Meldepflicht

(1) Der Gast wird ersucht, sich unmittelbar nach der Ankunft in das öffentlich einsehbare, im Eingangsbereich der Schutzhütte aufliegende Hüttenbuch einzutragen, wodurch insbesondere Einsatzkräften eine leichtere Auffindung von Verunglückten und Vermissten ermöglicht wird. Die Eintragung in das Hüttenbuch erfolgt auf freiwilliger Basis und entspricht gemäß der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) einer konkludenten Einwilligungserklärung; das Hüttenbuch verbleibt in der Schutzhütte und wird keinen zweckwidrigen Datenauswertungen unterzogen.
(2) Der Gast ist verpflichtet durch die vollständige Eintragung der persönlichen Daten auf den im Eingangsbereich der Schutzhütte aufliegenden Abrechnungsformularen der gesetzlichen Meldepflicht gemäß § 1 Abs. 3, § 5 Abs. 1 und § 10 Abs. 1-2 des Meldegesetzes (BGBl. Nr. 9/1992, idgF.) nachzukommen.

§ 4 Anspruchsberechtigung auf Schlafplätze

(1) Nächtigungen können durch den Gast in Form von unverbindlichen Vormerkungen über ein Onlineformular unter www.leopoldhappischhaus.at/bettenvormerkung angemeldet werden und sind anschließend anonymisiert in einem Belegungskalender unter www.leopoldhappischhaus.at/belegungskalender einsehbar. Diese unverbindlichen Vormerkungen dienen der allgemeinen Ersichtlichmachung der voraussichtlichen Auslastung der Schutzhütte und gelten ausdrücklich nicht als verbindliche Reservierungen oder Buchungen, weshalb auch kein rechtsverbindlicher Anspruch auf den vorgemerkten Schlafplatz oder die Schlafplatzkategorie gegenüber dem Hüttenbetreiber geltend gemacht werden kann.
(2) Eine Vormerkung eines bestimmten Zimmers oder eine exklusive Belegung der gesamten Schutzhütte im Sinne einer geschlossenen Gesellschaft ist nicht möglich.
(3) Bei einer Nichtinanspruchnahme einer getätigten Bettenvormerkung ist jederzeit eine kostenlose Stornierung möglich, wofür eine Mitteilung an service@leopoldhappischhaus.at erbeten wird.
(4) Unabhängig einer getätigten Bettenvormerkung erfolgt die Belegung von Schlafplätzen in Zimmern und Lagern selbstständig durch den Gast gemäß der Reihenfolge der Ankunft in der Schutzhütte nach dem allgemeinen Prinzip »first come, first served«.
(5) Ein prioritärer Anspruch auf einen Schlafplatz besteht für kranke oder verletzte Personen, deren Abtransport am selben Tag nicht mehr möglich ist, sowie im Dienst befindliche Einsatzkräfte bei der Ausübung von Rettungseinsätzen.

§ 5 Preise

(1) Es gelten ausschließlich die durch den Hüttenbetreiber auf den Abrechnungsformularen, den Aushängen in der Hütte sowie auf der Website unter www.leopoldhappischhaus.at/preise offiziell kundgemachten Preise für Nächtigungen, Lebensmittel, Getränke und sonstige Verkaufsartikel.
(2) Mitglieder der Naturfreunde Österreich sowie Mitglieder gleichgestellter alpiner Vereine sind gemäß des Österreichischen Gegenrechtsabkommens (»AUT-Hüttengegenrecht«) zur Inanspruchnahme eines vergünstigten Mitgliederpreises auf Nächtigungen berechtigt. Als anspruchsberechtigte alpine Vereine gelten: Österreichischer Alpenverein, Deutscher Alpenverein, Österreichischer Touristenklub, Österreichischer Alpenklub, Österreichische Bergsteigervereinigung, Alpine Gesellschaft »Die Haller«, Alpine Gesellschaft »Die Preintaler«, Alpine Gesellschaft »Krummholz«, Akademischer Alpenklub Innsbruck, Mitgliedsvereine des Verbandes der Österreichischen Höhlenforscher sowie Mitglieder der internationalen Naturfreundeorganisationen.
(3) Der Anspruch und die Abrechnung des vergünstigten Mitgliederpreises auf Nächtigungen ist auf dem Abrechnungsformular durch Angabe der Vereinszugehörigkeit sowie der Mitgliedsnummer verpflichtend zu legitimieren. Fehlende oder falsche Angaben berechtigen den Hüttenbetreiber zu einer Nachforderung des nicht entrichteten Differenzbetrages.
(4) Zur Inanspruchnahme kostenloser Nächtigungen sind berechtigt: Kinder bis 15 Jahre, im Dienst befindliche Bergführer, im Dienst befindliche Einsatzkräfte bei der Ausübung von Rettungseinsätzen sowie diensthabende Hüttendienste mit einer Begleitperson.
(5) Sämtliche Preise für Nächtigungen verstehen sich pro Person und Nacht in der jeweils ausgewiesenen Schlafplatzkategorie.
(6) Das Duschen ist in den Nächtigungspreisen inbegriffen.
(7) Sämtliche Lebensmittel und Getränke werden ausschließlich in den jeweils festgelegten Einheiten zu den ausgewiesenen Preisen abgegeben.
(8) Die Zubereitung und Konsumation von durch den Gast mitgebrachten Lebensmitteln und Getränken ist gestattet.
(9) Eigenmächtige Preisminderungen sind unzulässig.

§ 6 Abrechnung

(1) Vor der Abreise hat der Gast die in Anspruch genommenen Nächtigungen, konsumierten Lebensmittel, Getränke und sonstige Verkaufsartikel mittels der im Eingangsbereich der Schutzhütte aufliegenden Abrechnungsformulare eigenständig und auf Vertrauensbasis abzurechnen.
(2) Die Entrichtung des offenen Rechnungsbetrages kann per Barzahlung erfolgen, indem der Bargeldbetrag gemeinsam mit dem vollständig ausgefüllten Abrechnungsformular in einem verschlossenen Kuvert in den Kassenschlitz eingeworfen wird; es ist kein Wechselgeld vorhanden.
(3) Die Entrichtung des offenen Rechnungsbetrages kann per Überweisung erfolgen, indem das vollständig ausgefüllten Abrechnungsformular in einem verschlossenen Kuvert in den Kassenschlitz eingeworfen wird und anschließend der offene Rechnungsbetrag innerhalb von 14 Tagen mittels der aufliegenden Zahlscheine an die genannte Bankverbindung überwiesen wird.
(4) Unvollständige oder inkorrekte Abrechnungsformulare mit fehlenden oder falschen Angaben sowie fehlenden Bargeldbeträgen berechtigen den Hüttenbetreiber zu einer Nachforderung des nicht entrichteten Differenzbetrages.

§ 7 Winterraum und Notraum

(1) Der Winterraum der Schutzhütte ist in den Wintermonaten versperrt und nur nach vorheriger Schlüsselabholung nutzbar.
(2) Der Schlüssel ist persönlich während der jeweils geltenden Bürozeiten im Frontoffice des Hüttenbetreibers unter der Vorlage eines Personalausweises und der Hinterlegung einer Schlüsselkaution abzuholen. Die maximale Leihdauer des Schlüssels beträgt eine Woche. Bei fristgerechter Rückgabe wird die Kaution in voller Höhe erstattet; bei einer verspäteten Rückgabe wird je begonnener Woche eine Säumnisgebühr einbehalten.
(3) Nach der Nächtigung ist der Winterraum durch den Gast in ordentlichem Zustand zu hinterlassen und ordnungsgemäß zu versperren. Der offene Rechnungsbetrag für in Anspruch genommene Nächtigungen, konsumierte Lebensmittel und Getränke ist bei der Schlüsselrückgabe zu entrichten.
(4) Der Notraum der Schutzhütte ist ganzjährig, jederzeit frei zugänglich, kostenlos und dient als Unterkunft für alpine Notsituationen.

§ 8 Verhalten in der Schutzhütte

(1) Der Gast hat sich in der Schutzhütte und in deren Außenbereich gegenüber anderen Gästen und der Natur jederzeit mit der gebotenen Rücksicht zu verhalten und ist dafür verantwortlich, dass die Schutzhütte in sauberem, ordentlichem und in einwandfreiem Zustand erhalten wird.
(2) Der Gast hat sich nach Ankunft mit den Fluchtwegen der Schutzhütte vertraut zu machen.
(3) Im Zeitraum zwischen 22:00 und 06:00 Uhr herrscht Nachtruhe; während dieser Zeit ist die Benützung der Dosenpresse sowie jede weitere Art der Lärmverursachung untersagt.
(4) Mit Ausnahme des Eingangsbereiches und des Schuhraumes herrscht in der gesamten Schutzhütte eine generelle Hausschuhpflicht. Berg- und Skischuhe, Wanderstöcke sowie sonstiges stark verschmutztes Schuhwerk sind im Schuhraum abzustellen.
(5) In sämtlichen Zimmern und Lagern der Hütte gilt aus hygienischen Gründen eine ausnahmslose Hüttenschlafsackpflicht.
(6) In sämtlichen Zimmern und Lagern der Schutzhütte ist das Kochen verboten.
(7) Der Aufenthalt von Hunden oder sonstigen Haustieren ist nur in einem ausgewiesenen »Hundezimmer« im Erdgeschoss der Schutzhütte sowie im Winterraum erlaubt. In allen Zimmern, Lagern, der Küche, den Sanitärräumen sowie sonstigen Räumlichkeiten ist der Aufenthalt von Hunden oder sonstigen Haustieren nicht erlaubt; hiervon ausgenommen sind lediglich die aufgrund vertraglicher Vereinbarungen an Dritte verpachteten Räumlichkeiten.
(8) In der gesamten Schutzhütte gilt ein generelles Rauchverbot, ebenso ist das Hantieren mit offenem Feuer in Form von Kerzen oder Gaskochern untersagt.
(9) Bei versehentlicher Auslösung des Brandalarmes in der Schutzhütte ist der Hüttenbetreiber über Datum, Uhrzeit und Auslösegrund des Brandalarmes zu informieren; im tatsächlichen Brandfall ist unverzüglich die Feuerwehr zu alarmieren.
(10) Der Gast ist verpflichtet gemäß der im Eingangsbereich der Schutzhütte aufliegenden »Aufgabenliste für Hüttengäste« in gemeinschaftlicher Arbeitsteilung mit anderen Gästen verschiedene Reinigungsaufgaben zu übernehmen und diese nach erfolgter Durchführung auf dem ebenfalls im Eingangsbereich der Schutzhütte aushängenden Wochenplan einzutragen.
(11) Der Gast hat das genützte Zimmer oder Lager in sauberem Zustand zu hinterlassen und den genützten Schlafplatz ordnungsgemäß aufzubetten.
(12) Der Gast wird ersucht seinen eigenen Abfall zur ordnungsgemäßen Entsorgung im Tal mitzunehmen. Alternativ stehen in der Schutzhütte entsprechende Abfallbehälter für Biomüll, Restmüll, Plastikmüll, Aluminium und Altglas zur Verfügung, wobei die Mülltrennung strikt einzuhalten ist.
(13) Zigarettenstummel sind ordnungsmäßig im Restmüll zu entsorgen; eine Entsorgung oder Liegenlassen im Außenbereich der Schutzhütte ist verboten.
(14) Aufgrund der autarken Wasser- und Energieversorgung der Schutzhütte, sind die zur Verfügung gestellten Wasser- und Energieressourcen sparsam und nachhaltig zu verwenden. Das Licht ist nach dem Verlassen des Raumes abzuschalten. Die Verwendung der Steckdosen ist ausschließlich zur Aufladung von Handys, Fotokameras oder GPS-Geräten zulässig; mitgebrachte elektrische Geräte mit einem sehr hohen Stromverbrauch (mobile Heizkörper, Schuhtrockner, usw.) sind nicht erlaubt. Der Hüttenbetreiber übernimmt keine Gewährleistung für eine dauerhafte Trinkwasser- und Energieversorgung.
(15) Der im Eingangsbereich der Schutzhütte befindliche Erste-Hilfe-Koffer ist für medizinische Notfälle gedacht. Bei einer überdurchschnittlichen Inanspruchnahme des enthaltenen Rettungs- und Verbandsmateriales ist der Hüttenbetreiber oder diensthabende Hüttendienst zu informieren, um den Erste-Hilfe-Koffer für zukünftige Notfälle wieder aufzufüllen.
(16) Für jede vorsätzliche oder fahrlässige Beschädigung der Schutzhütte oder deren Einrichtung haftet der Verursacher in vollem Umfang.
(17) Sämtliche die Tourenplanung, Routenwahl, Wetter- und Lawinensituation etc. betreffenden Entscheidungen liegen in der Eigenverantwortung des Gastes; eine diesbezügliche Haftung durch den Hüttenbetreiber ist ausgeschlossen.

§ 9 Verhalten im Naturschutzgebiet

(1) Innerhalb des Naturschutzgebietes »Tennengebirge« ist das Entzünden von Lagerfeuern, das Abfeuern von Feuerwerks- oder Knallkörpern, jede sonstige Lärmerregung, das Abschneiden von Latschen sowie das Pflücken von blühenden Pflanzen gemäß der Tennengebirge-Naturschutzgebietsverordnung (LGBl. Nr. 18/1982, idgF.) verboten.
(2) Das Abrennen von Sonnwendfeuern im Außenbereich der Schutzhütte ist nur mit Zustimmung des Hüttenbetreibers sowie unter Einhaltung der Brauchtumsfeuer-Verordnung (LGBl. Nr. 38/2011, idgF.) und § 4 der Salzburger Feuerpolizeiordnung (LGBl. Nr. 118/1973, idgF.) zulässig.
(3) Für Hunde gilt gemäß § 2 der Hundehalteverordnung der Gemeinde Pfarrwerfen vom 12.12.2019 eine generelle Leinenpflicht.

§ 10 Kontrolle

(1) Die Kontrolle der Einhaltung der gegenständlichen Hüttenordnung obliegt dem jeweils diensthabenden Hüttendienst sowie den vertretungsbefugten Funktionären des Hüttenbetreibers, welche bei grob fahrlässiger, vorsätzlicher oder wiederholter Nichteinhaltung der Bestimmungen der gegenständlichen Hüttenordnung das Hausrecht anwenden und einen Verweis erteilen können.

§ 11 Beschwerden

(1) Beschwerden sind ausschließlich in schriftlicher Form unter service@leopoldhappischhaus.at an den Hüttenbetreiber zu richten.

§ 12 Ergänzungen und Inkrafttreten

(1) Durch die vertretungsbefugten Funktionäre des Hüttenbetreibers können jederzeit ergänzende, sofort wirksame Vorgaben zu der gegenständlichen Hüttenordnung erlassen werden.
(2) Die gegenständliche Fassung der Hüttenordnung tritt per 15.04.2020 mit Veröffentlichung auf der Website unter www.leopoldhappischhaus.at/huettenordnung sowie mit Aushang in der Schutzhütte in Kraft und ersetzt sämtliche bisher kundgemachten Fassungen.

 

 

Salzburg, 15.04.2020
Referatsleitung / LFR Leopold-Happisch-Haus
Landesorganisation Salzburg der Naturfreunde Österreich